Bockshornklee (Trigonella foenum graecum)

bockshornklee-181×300.jpg” alt=”" width=”181″ height=”300″ />Der Bockshornklee liefert die wirkstoffreichen Bockshornkleesamen. Das Pulver aus dem Samen wird verwendet bei Furunkeln und Abszessen, indem das Pulver in Umschläge gelegt wird.

Auch bei offenen Beinen, Drüsenschwellungen, Neuralgien, Gelenkentzündungen und Ischias wirkt es heilend.
Tee aus Bockshornklee lindert Reizhusten, wirkt beruhigend bei Bronchitis, lindert Erschöpfungs – und – Schwächezustände, und wirkt bei Haut – und- Nagelbettentzündungen.
Inhaltsstoffe: Schleimstoffe, ätherische Öle, Alkaloid, Trigonelin, Cholin und Eiweißstoffe.

Birke (Betula pendula)

Die Birke ist nicht direkt ein Kraut, spielt aber im Umfeld der Heilkräuter eine große Rolle. Aus diesem Grund führen wir auch die Birke hier auf. Birken sind Laubbäume und werden bis zu 160 Jahre alt. Es gibt etwa 14 Birkenarten und sie stellen keine großen Ansprüche an Klima und Boden. Sie wachsen in der Heide, im Moor, und auf trockenen und nassen Böden. Birken werden windbestäubt und große Mengen an Pollen werden ausgeschüttet. Diese Birkenpollen sind ein hochpotentes Allergen. 50 % aller Pollenallergiker reagieren auf diese Pollen.
Im germanischen und slawischen Volksglauben war die Birke der Göttin Freya geweiht.
Die Überlieferung sagt, dass Birken den Blitz anziehen und unter einer alleinstehenden Birke soll die letzte Weltenschlacht stattfinden ( Sagenüberlieferung ). Meist hat die Birke eine erfreulichere Bedeutung, wie z.B. als kl. Baum, der die Fruchtbarkeitsfeste im Frühjahr symbolisiert oder auch als Symbol der Jugend.
Früher war die Birke ein wichtiger Nutzbaum. Birkenholz lieferte den ersten Kunststoff, Birkenpech war ein Klebstoff, für die Neandertaler waren sie Material für Werkzeug und Waffen, Arbeitsmaterial für Besenbinder und Krüge wurden daraus gefertigt. Die Birke ist haltbar und Resistent gegen Nässe und Trockenheit und Möbel, Holzschuhe Leitern usw. wurden daraus gemacht. Weiterhin diente die Birke auch als Brennholz, Birkenteer, Birkenöl.
Recht unbekannt ist, daß der untere teil der Rinde essbar ist und wie Spaghetti angerichtet werden kann.
Früher galt die Birke als Symbol der Fruchtbarkeit und aus Rinde, Zweigen und Blättern wurden Mittel hergestellt, die Hilfe in sexuellen Nöten bringen sollten.
Heilende Wirkung:
Birkensaft reinigt schlecht heilende Wunden, ist gegen Ausschläge und Schuppen, ist gut gegen Haarausfall. Der Saft findet äußerliche Anwendung, kann aber auch getrunken werden. Aufgrund der harntreibenden Wirkung bei Rheuma und Gicht findet der Auszug aus den Blättern Verwendung. In vergorener Form ist der Birkensaft ein Birkenwein. Birkensaft ist auch schweißtreibend und blutreinigend.
Inhaltsstoffe: Saponine, ätherische Öle, Gerbstoffe, Harze und Phytonzide.

Bitterklee (Menyanthes vulgaris)

Bitterklee wird auch Fieberklee genannt, da es früher als fiebersenkendes Mittel verwendet wurde (es gibt keinen wissenschaftlichen Nachweis für die fiebersenkende Wirkung). Typische Standorte sind Quellsümpfe von Flüssen, Zwischenmoore und auch die Ränder von Hochmooren.

Viele Moore sind trockengelegt worden und aufgrund dessen ist der Pflanzenbestand in der freien Natur gefährdet und steht unter der Bundesartenschutzverordnung (dürfen nur mit Genehmigung entfernt werden).
Bitterklee ist ein Enziangewächs und zeichnet sich durch Bitterstoffe aus, die sich positiv auf Magen- und- Darmtrakt auswirken.

Bei Appetitlosigkeit, Völlegefühl und Blähungen zeigt die Pflanze ihre heilsame Wirkung. Auch bei Galle-und-Leberleiden findet Bitteklee Anwendung. Der Bitterklee oder auch Fieberklee ist deshalb ein Bestandteil einiger Magenbitter.
Tee: 15 g getrockneter Blätter in einem ½ l heißem Wasser 3 X tägl. Lindert oder beseitigt die oben aufgeführten Beschwerden.
Bitterklee kann auch in naturnahen Teichen aufgezogen werden.

Bärlauch (Allium ursinum)

Bärlauch kann März bis Juni in Laubwäldern und Buchenwäldern geerntet werden. Mit der Blütezeit endet auch die Erntezeit.

Vorsicht, seine Blätter sind den giftigen Blättern der Maiglöckchen ähnlich! Bei Unsicherheit sollte man die Pflanzenblätter zerreiben und überprüfen ob sie nach Knoblauch riechen ( Bärlauch hat Knoblauchgeruch )
Bärlauch ist verwandt mit Knoblauch, Schnittlauch und Zwiebeln und ist eine mehrjährige Pflanze, die eine 20 bis 30 cm hoch wird.

Bärlauch wächst in feuchten, lockeren Lehmböden. Er wächst dicht und weit bevorzugt in Mischwäldern von Eichen, Eschen, Buche und Ulmen. Der Bärlauch vergilbt bald und muß vor dem Vergilben geerntet werden. Die Zwiebeln werden erst im Spätsommer geerntet.
Schon die Römer nahmen Bärlauch als magen und blutreinigendes Mittel. Die Überlieferung spricht dem Bärlauch positive Wirkungen zu, die sich auf Arterosklerose, Blähungen, Durchfall, Bluthochdruck und Appetitlosigkeit beziehen. Weiterhin gilt Bärlauch auch als Pflanzliches Antibiotikum.

Baldrian (Valeriana officinalis)

Baldrian ist eine kräftige und ausdauernde Pflanze, deren Heilkräfte seit Jahrhunderten genutzt werden. Die Familie der Baldriangewächse besteht aus ca. 150 Pflanzenarten, die weit verbreitet sind.
In Europa wächst Baldrian oft an Waldrändern und Wegesrändern und werden bis zu 1em Meter groß und ist mehrjährig. Der wirksame Pflanzenteil ist die Wurzel.
Baldrian wirkt beruhigend auf das zentrale Nervensystem. Er wird bei nervösen Erschöpfungszuständen, Depressionen, nervösen Herzstörungen, Angststörungen, Einschlafstörungen, Nervösität, Überarbeitung usw. eingesetzt. Zusätzlich wirkt Baldrian krampflösend. Man sollte erst immer eine Behandlung mit Baldrian vorziehen als zu chemischen Beruhigungsmitteln zu greifen. Selbst bri Einnahme über einen langen Zeitraum zeigt Baldrian keine schädigende Wirkung. In Ausnahmefällen (Überdosierung ) kann Baldrian Magenschleimhautreizungen hervorrufen.

Inhaltsstoffe:
Alkaloide, äth. Öle, Sesquiterpene. Die ätherischen Öle riechen nach der Trocknung leicht unangenehm , da die Säuren sich zersetzen.

Bibernelle (Pimpinella major)

BWirksame Pflanzenteile: Wurzeln
Inhaltstoffe: Ätherische Öle, Harz, Cumarin, Glycoside
Wirkung: entzündungshemmend, schleimlösend
Heilanzeigen: Husten, Heiserkeit, Halsentzündungen, Mandelentzündungen
Die Bibernelle ist wildwachsend in Europa. Früher glaubte man, das die Bibernelle Heilkraft bei Seuchen, wie z.B. bei Cholera, habe.1611 wütete in St. Gallen die Cholera und es erschallte der Ruf: „ Eßt Knoblauch und Bibernelle, dann sterbt ihr nicht so schnelle!“ Die Menschen nahmen Bibernelle und Knoblauch zu sich und die Seuche erlosch!
Moderne Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen die heilende Wirkung der Bitter und Gerbsäure der Bibernelle. Die Saponide der Bibernelle zeigen ebenfalls heilende Wirkung. Vielleicht nutzen sie auch bei Cholera!!!!
Die Bibernelle zeigt in Erkältungszeiten ihre heilende Wirkung. Durch die schleimlösende Wirkung fördert sie den Auswurf , und soll auch bei Heiserkeit, Entzündungen im Mund und Rachenbereich genommen werden. Auch regt sie die Sekretion des Magens an. Aus den Wurzeln der Bibernelle kann man ein Extrakt erstellen, etwas Weingeist hinzufügen und 20 bis 40 Tropfen 3x täglich einnehmen . Die Bibernelle ist auch als Tee anwendbar. Bibernellentee kochen sie mit einem gehäuften Teelöffel geschabter und getrockneter Wurzeln, der mit ¼ Liter Wasser angesetzt wird. Nach 1er Minute Sprudeln des Tee´s wird es abgegossen und evtl. mit etwas Honig verfeinert.

Berberitze (Berberus vulgaris)

BerberitzeWirksame Pflanzenteile: Früchte, Rinde
Inhaltsstoffe: Ätherische Öle, Alkaloid, Berberin, Fruchtsäure, Vitamin C
Wirkung: entwässernd, gallenanregend, entzündungshemmend, gefäßzusammenziehend.
Heilanzeigen: Gallen und Nierenleiden, Grippe, Unterleibserkrankungen, Gicht, Rheuma.
Aufgrund des hohen Vitamin C ( nur in der Frucht ) sollte sie bei fiebrigen Erkältungen angewandt werden . Auch zeigt sie heilende Wirkung bei Entzündungen im Blasen – Nierenbereich, der Gallenblase und Steinleiden. Die Früchte helfen gegen Schwangerschaftserbrechen und sollen Myomen ( Gebärmutterwucherungen ) vorbeugen. Es ist als Marmelade oder Saft zu verwenden. Bei Entzündungen im Rachenbereich wird ein Absud zubereitet, der verdünnt wird.
Die Wurzelrinde für eine Tinktur soll im Spätherbst bei abnehmendem Mond ausgegraben werden.
Vorsicht: Zuviel Berberitze kann Erbrechen, Übelkeit, Rauschzustände hervorrufen oder sogar Atemlähmung.

Arnika (Arnika montana)

Die stark riechende gelbe Arnika Pflanze wächst in Gebirgsregionen, wo sie sich trotz kargem Nahrungsangebotes behauptet. Sie zählt zu den Korbblütengewächsen. Sie trägt auch zahlreiche andere Namen wie z.B. Johannesblume, Gemsblume, Engelsblume, Mönchskappe.
In den letzten Jahren ist das Vorkommen von Arnika zurückgegangen und sie ist inzwischen geschützt. Die für med. Zwecke angewandte Arnika stammt aus Italien, Schweiz, Spanien oder die Wiesenarnika aus Nordamerika.
Aus Arnikablüten wird eine Tinktur hergestellt, die in der Naturheilmedizin eine große Rolle spielt. Bei Thrombosen, Blutergüssen, Prellungen, Verstauchungen, bei Entzündungen der Mundschleimhaut, bei Wundspülungen und bei Hauterkrankungen wird Arnika eingesetzt.
In der Homöopathie wird sie als krampflösend und kreislaufanregend eingesetzt.
Wirkstoffe: Ätherisches Öl, wirkt desinfizierend, entzündungshemmend, wundheilungsfördernd. Flavonoide und Procyanide wirken auf Herz und Kreislauf. Cholin ist blutdrucksenkend. Der Bitterstoff Arnicin wirkt auf Haut, Schleimhaut und das Herz. Arnika Tinktur besteht aus getrockneten Arnikablüten mit 70 % igem Alkohol im Verhältnis 1: 10. Nach 14 Tagen die Flüssigkeit abpressen und nochmals 10 Tage ziehen lassen.

Augentrost (Euphrasia officinalis )

Augentrost wurde schon von unseren Vorfahren angewendet. Es wird bei Augenleiden, Verdauungserkrankungen, Heuschnupfen, Bindehautentzündung, Gerstenkorn, Lidrandentzündungen, Schnupfen, Husten, Grippe, Völlegefühl, belegte Zunge, Kopfschmerzen, Migräne, Schlaflosigkeit genommen. Augentrost zählt zu den Baumwurzelgewächsen und trägt auch den Namen „ Augendank, Lichtkraut „

Anis (Pimpinella anisum)

Anis ist ein Gewürz und eine Heilpflanze, die wir als Zugabe zu den Weihnachtsplätzchen oder als Salatgewürz kennen. Auch werden Spirituosen und Liköre mit Anis gewürzt und verfeinert sowie: Ouzo, Raki, Absinth.

Die Anispflanze ist einjährig und wird bis maximal 60 cm hoch. Die Grundblätter sind herzförmig, die Stängelblätter dreizählig . Die weißen Blüten sind in Dolden angeordnet und blühen Juli bis September.

Ernte: August/ September. Anis liebt Licht und reiche Böden. Und der Boden muß gleichmäßig feucht sein. Die Dolden reifen nacheinander. Das Aroma wird von Anethol bestimmt, das der Hauptbestandteil des ätherischen Öls ist.
Anis wird in der Küche und in der Duftindustrie und wurde es auch schon im 7 Jahrhundert vor Christi.Die Athener und Korinther betrieben Handel mit Duftölen, die auch Anis enthielten. Mit Anis gewürztes Brot und Kuchen galten als Köstlichkeit.
Heilwirkung: Anisöl durch Destilation gewonnen hat eine schleimlösende Wirkung und wird als Hustenmittel verwertet. Anis wirkt auch antibakteriell und ist auch krämpflösend.
Anistee findet Anwendung bei Verdauungsbeschwerden und Koliken.
1 Teelöffel Anis, 1 Tasse kochendes Wasser, 10 Min. ziehen lassen.
In mehreren muslämischen Ländern ist „ Anis „ ein Vorname und bedeutet „ Freundlich, liebenswürdig „
Der Anisgeschmack wird hauptsächlich in der abendländischen Kultur geliebt und oft bei uns als unangenehm empfunden unmd aufgrund dessen gibt hier nur wenige Rezepte, in denen Anis verwandt wird.

Andorn (Marrubium vulgare)

Das Heilkraut Andorn ist in Vergessenheit geraten, obwohl es auf die meisten Organe eine heilsame Wirkung hat. Die Wirkung erstreckt sich auf Entzündungen im Atmungstrakt, auf Entzündungen von Leber und Gallenblase , sowie Magen und Darm. Der Andorn stärkt Abwehrkräfte und stabilisiert das Immunsystem und stärkt den Kreislauf.
Eine Teekur kann bei schlecht heilenden Wunden und auch bei Hämorrhoiden heilend wirken. Werden Sitzbäder zusätzlich getätigt, verstärken sie die heilende Wirkung.
Teeaufguß ( 1Liter, 10 Gramm) hat bei Rückenschmerzen eine schmerzlindernde Wirkung. Der Absud der Pflanze kann bei Bädern und Waschungen des Rückens gebraucht werden und auch Absudkompressen können die Schmerzen lindern.


Andorn – Tinktur
: Man übergießt den Andorn mit Doppelkorn oder Weingeist. Die Pflanzenteile müssen bedeckt sein und man lässt diese Mischung 2 – 6 Wochen in einem verschlossenen Glas ziehen. Danach werden sie abgeseiht und in ein dunkles Gefäß gefüllt.
Anwendung: bis zu 3x tägl. 10 – 50 Tropfen. Ist die Tinktur zu konzentriert, so wird sie mit Wasser verdünnt.
Der Andorn hat seinen Ursprung im Mittelmeerraum und kam durch den Anbau in Klostergärten nach Mitteleuropa. Er ist gut im Garten anzubauen, da er anspruchslos ist.