20. Okt
Die Linde
Die alten Germanen verehrten mit der Linde die Göttin der Liebe und des Glücks, die Göttin Freya! Auf dem Marktplatz eines jeden Ortes stand eine Linde und war der Dorfmittelpunkt, wo das örtliche Geschehen stattfand. Dort traf man sich, dort fand die Kommunikation statt, die Dorffeste, die Brautschau und auch das Gericht.
Die Rechtssprechung wurde unter der Linde abgehalten, denn auch der Gott des Rechts wurde in der Linde verehrt. Die Linde wurde auch Gerichtsbaum genannt und meist fiel das Urteil unter der Linde „ lind „ aus! In seltenen Fällen wurden auch Todesurteile gefällt und die Verurteilten wurden an der Dorflinde gehängt.
Bei den Germanen und Slawen galt die Linde als heiliger Baum. Es gab den Brauch, nach Epidemien und Kriegen Friedenslinden zu pflanzen. Viele davon wurden nach dem Deutsch-Französichen Krieg gepflanzt. Ein Beispiel dafür ist die Friedenslinde in Ponitz ( in Thüringen ). Vor dem Reichstag in Berlin wurde 1990 die Friedenslinde gepflanzt als Erinnerung an die Wiedervereinigung. Auch in Sagen und Legenden spielt die Linde eine Rolle, z.B. in der Nibelungensage.
Das weiche Holz, vielleicht deshalb der Name „Linde“ wurde zum Schnitzen verwendet. Es war Nutzholz für Besteck, Teller und andere Hauswirtschaftsartikel. Weiterhin wurde aus der Linde Bast gefertigt, indem die Rinde von jungen Linden geschält wurde, die weiche Innenseite wurde abgetrennt, ins Wasser gelegt bis sich der Bast davon löste und dann wurde er in der Sonne getrocknet. Matten, Taschen, Seile usw. wurden daraus erstellt.
Die Linde zählt zu den Lindengewächsen, die zur Familie der Malvengewächse gehört. Sie ist ein Laubbaum, erreicht eine Höhe von 20 bis 40 Metern, kann einen Stammdurchmesser von 1 bis 2 Metern erreichen und 1000 Jahre alt werden. Die Blätter haben Stiele, sind herzförmig und die Knospenschuppen fallen früh ab. Die Linde duftet intensiv! Die Bestäubung erfolgt durch Insekten und den Wind und der Samen wird durch den Wind verbreitet. Die Linden vermehren sich häufig vegetativ, d.h. durch Wurzelbrut (Pflanzentriebe, die aus Wurzeln der Mutterpflanze wachsen) oder Stockschlag ( Triebe schlagen aus Knospen, die unter der Rinde liegen) . Die Linde kann von der Lindenmilbe befallen werden und verliert dann schon sehr früh ihre Blätter.
Das weiche Holz der Linde kann leicht durch Witterungseinflüsse geschädigt werden. Im Innenbereich ist es haltbar und dient als Schnitzholz (Altäre, Heiligenbilder und Figuren, Masken). Lindenholz findet auch Verwebdung als Tonholz im Gitarrenbau.
Linden werden in verschiedene Arten unterschieden und die häufigsten sind:
Winterlinden (Tilia cordata) hat an der Unterseite blaugrüne kahle Blätter.
Sommerlinden (Tilia platyphylla) trägt beiderseits grüne Blätter, deren Unterseite behaart ist.
Heilwirkung: Während der Blüte schätzen Imker die Linden als Honigquelle, da die Bienen viel Lindenblütenhonig produzieren.
Lindenblütentee aus getrockneten Lindenblüten ist ein Heiltee! Er wird bei Erkältungen angewandt, da er beruhigend und schweißtreibend wirkt und die Erkältung schnell lindert.
Lindenholzkohle zeigt Wirkung bei Darmerkrankungen.

Hinterlasse eine Nachricht