Mäusedorn (Ruscus aculeatus)

Mäusedorn stammt aus dem Mittelmeerraum und wächst bevorzugt im Gebüsch und auf felsigen Böden. M. ist ein immergrüner Strauch, der bis zu 80 cm Höhe erreichen kann. Die Blätter haben eine stehende Spitze.
Der Name ist zurückzuführen auf die frühere Verwendung, denn er wurde zur Bekämpfung von Mäusen und Ratten genutzt. Die stacheligen Zweige wurden an Schinken, Wurst usw. aufgehängt und wenn diese Nager in die Speisekammer gelangten und zu dem Fleisch gelangen wollten, blieben sie an den Stacheln hängen und der Mund und Magen wurde verletzt. Die frischen Triebe des Mäusedorns kann man auch als Spargelersatz kochen.
Heute nutzt die Naturheilkunde die Wurzel der Pflanze und wird in Cremes und Kapseln verarbeitet. Eine Heilwirkung zeigt Mäusedorn bei vielen Venenleiden. Die Wirkstoffe sind entzündungshemmend und stärken das venöse Stützgewebe.
Die Beeren des Mäusedorns wurden früher als Abführmittel genommen. Die Cremes aus den Wurzeln der Pflanze werden gegen Krampfadern, Besenreiser, Hämorrhoiden verwendet.
Tee: 1 Teel. Wurzeln + ca. 200 ml kaltes Wasser aufkochen, ca. 10 Min. ziehen lassen. Dieser Tee soll über einen längeren Zeitraum getrunken werden und er dient der Venenstärkung.
Anbau: Die Pflanze ist anspruchslos und kann aus Samen gezogen werden. Den Samen im Frühjahr, wenn noch Kälteperioden ausstehen in Töpfen aussäen ( Keimzeit kann bis zu einem Jahr dauern ). Die Pflanzen werden im Frühsommer ins Freie gestellt.
Sparker „ ist eine besondere Art des Mäusedornsamens, da er beide Geschlechter auf der Pflanze hat.

Artischocke (Cynara)

Die Artischocke stammt aus dem Mittelmeerraum (Türkei, Persien, Spanien, Kanarische Inseln).
Im ersten Jahrhundert nach Chr. Begann man mit der Kultivierung der Artischocke. Im fünfzehnten Jahrhundert nach Chr. Wurde sie aus Sizilien nach Großbritannien und Frankreich exportiert. In den Gärten des französischen Adels war die Antischocke ein Zeichen von Reichtum.
Die Artischocke ist ein Korbblütler und wird bis zu 2 Meter hoch.Der starke Stengel hat hat stachelige Blätter und an der Spitze wachsen stachelige Knospenköpfchen heran, die vor der Blütezeit geerntet werden .

Blau – Violett blüht die Artischocke und ist eine Heilpflanze und auch eine Delikatesse.
Nahrungsmittel: Die Blütenböden und der untere fleischige Teil ist essbar, die Härchen, die unter den Blättern liegen sind nicht essbar.Artischocken sind feinherb, zartbitter und werden bis zu 30 Minuten in Salzwasser mit Zitronensaft gekocht.die blätter werden abgezupft und der untere Teil mit den Zähnen abgezogen.Artischockenböden können auch eingelegt werden.
Heilpflanze: Die Artischocke wirkt verdauungsfördernd, appetitanregend und cholesterinsenkend. Der in der Artischocke enthaltene Bitterstoff Cynarin regt den Stoffwechsel von Leber und Galle an. Bei einer fettreduzierten Ernährung Kann ein Artischockenblätterextrakt die Senkung der Blutfette bewirken. Aus den Blättern können Säfte, Tinkturen, Tees und Trockenextrakte erstellt werden. Aus den Flavonoiden und Chinasäurederivaten entsteht die medizinische und diätische Wirkung.
Tee: Bei Verdauungsproblemen 1en Teelöffel Artischockenblätter mit 200 ml heißem Tee übergießen und ca. 10 Minuten ziehen lassen. Vor jeder Mahlzeit 1e Tasse trinken.
Vorsicht: Sind Gallensteine bekannt, sprechen sie vor der Anwendung von Artischockenblätternextrakt mit dem Arzt. Auch bei Allergien gegen Korbblütler dürfen Artischocken nicht angewendet werden.

Brunnenkresse (Nasturtium officinale)

Brunnenkresse ist eine krautige immergrüne Sumpf und auch Wasserpflanze. Sie wächst an fließenden und nährstoffreichen Gewässern und blüht ab Ende Mai. Die Blätter habeb einen scharfen bis bitteren Geschmack, bedingt durch die Bitterstoffe und Senföle, die sie enthält.
An den gleichen Orten wächst auch das bittere Schaumkraut. Äußerlich sind sie verwechselbar, aber das ist nicht kritisch, da das Schaumkraut nicht giftig ist und ähnliche Eigenschaften wie die Brunnenkresse hat. Die Brunnenkresse ist als Gewürz bekannt und wird bei Salaten und Suppen verwendet, kann aber auch als Rohkost gereicht werden. Die Brunnenkresse ist vitaminreich.
Sie wirkt appetitanregend, wehentreibend, harntreibend und auch als .
Sie wird bei Diabetes, Rheuma und Schilddrüsenerkrankungen gebraucht. Bei äußerer Anwendung dient sie als Haartonikum oder zur Hautreinigung.
Im 17ten Jahrhundert wurde sie gegen Skorbut genommen.
Inhaltstoffe: Bitterstoffe, Gerbstoffe, Zucker, ätherische öle. Vitamin A B C E, Eisen, Calcium, Jod, Phosphor

Brennnessel (Urtica dioica)

Die Brennessel wird auch Feuerkraut oder Eselskraut genannt. Die Brennnessel wächst in ganz Europa, blüht von Juli bis August und wird Mai bis Ende Juli gesammelt.
Die Hl. Hildegard von Bingen empfahl Brennnessel zur Magenreinigung. Paracelsus empfahl Ziegenmolke und Brennnesselsaft zur Heilung von Hepatitis. Der Gelehrte Fuchs empfahl Brennnesselsaft gegen Haarausfall und Gliederschmerz.
Die Brennnessel kann lindernd eingesetzt werden. Sie Wirkt auf den Magen- Darmtrakt und die Bauchspeicheldrüse. Auch hat die Brennnessel blutzuckersenkende Wirkung, fördert Harnausscheidung und Blutbildung. Infolge dessen ist sie ein Mittel gegen Rheuma und Ödeme. Brennnesselsaft ist auch in einigen Haarwassern enthalten und verrigert den Haarausfall.

Wirkstoffe: Ameisensäure, Calcium, Chlorophyll, Eisen, Gallussäure, Gerbsäure, Histamin, Kalium, Kieselsäure, Magnesium, Natrium, Phosphor, Stärkemehl, Vitamin A, Sekretin
Wirkung: Milchtreibend, antirheumatisch, blutdrucksenkend, entzündungshemmend, harntreibend, stoffwechselsteigernd, stuhlgangsfördernd, gefäßerweiternd, durchblutungsfördernd

Borretsch (Borrago officinalis)

Borretsch stammt aus dem Mittelmeerraum und kommt bei uns nur vereinzelt vor. Borretsch wird auch Gurkenkraut genannt, da die Blätter einen gurkenartigen Geschmack haben.

Der Fruchtknoten ist oberständig, die Staubblätter ragen aus der Blüte und bilden dort einen Streukegel. Langrüsselige Insekten können den Nektar aus den Kegeln erreichen. Es bilden sich kleine dunkelbraune Nussfrüchte, woran sich Eiweißkörper befinden, die den Ameisen als Nahrung dienen und somit wird der Samen bei den Transporten verbreitet.
Heilende Wirkung: Borretsch wird als Arzneipflanze genutzt und das frische und getrocknete Kraut findet Verwendung. Es befinden sich Flavonoide, Schleimstoffe, Pyrrolizinalkaloide und Gerbstoffe in dem Kraut. Die Pyrrolizide sind leberschädigend, krebserregend und genschädigend bei Dauerkonsum.

Gelegendlicher Verzehr ist nicht schädigend, wirkt aber entzündungshemmend, schweißtreibend, harntreibend, entwässernd, stimmunggsaufhellend und als Hustenmedikament. Schlecht durchblutete Haut wird mit Gesichtskompressen des Absud behandelt.
Absud: 2 Eßl. Borretsch mit ca 200 ml kochendem Wasser übergie0en, 10 Min. ziehen lassen und dann abseihen. Während der 10 Min. Wartzeit können sie ein Gesichtsdampfbad nehmen.
Borretschöl enthält 20 % Gamma – Linolsäure. Aus diesem Grunde wird es als Nahrungsmittelergänzung eingesetzt.

Bockshornklee (Trigonella foenum graecum)

Der Bockshornklee liefert die wirkstoffreichen Bockshornkleesamen. Das Pulver aus dem Samen wird verwendet bei Furunkeln und Abszessen, indem das Pulver in Umschläge gelegt wird.

Auch bei offenen Beinen, Drüsenschwellungen, Neuralgien, Gelenkentzündungen und Ischias wirkt es heilend.
Tee aus Bockshornklee lindert Reizhusten, wirkt beruhigend bei Bronchitis, lindert Erschöpfungs – und – Schwächezustände, und wirkt bei Haut – und- Nagelbettentzündungen.
Inhaltsstoffe: Schleimstoffe, ätherische Öle, Alkaloid, Trigonelin, Cholin und Eiweißstoffe.

Birke (Betula pendula)

Die Birke ist nicht direkt ein Kraut, spielt aber im Umfeld der Heilkräuter eine große Rolle. Aus diesem Grund führen wir auch die Birke hier auf. Birken sind Laubbäume und werden bis zu 160 Jahre alt. Es gibt etwa 14 Birkenarten und sie stellen keine großen Ansprüche an Klima und Boden. Sie wachsen in der Heide, im Moor, und auf trockenen und nassen Böden. Birken werden windbestäubt und große Mengen an Pollen werden ausgeschüttet. Diese Birkenpollen sind ein hochpotentes Allergen. 50 % aller Pollenallergiker reagieren auf diese Pollen.
Im germanischen und slawischen Volksglauben war die Birke der Göttin Freya geweiht.
Die Überlieferung sagt, dass Birken den Blitz anziehen und unter einer alleinstehenden Birke soll die letzte Weltenschlacht stattfinden ( Sagenüberlieferung ). Meist hat die Birke eine erfreulichere Bedeutung, wie z.B. als kl. Baum, der die Fruchtbarkeitsfeste im Frühjahr symbolisiert oder auch als Symbol der Jugend.
Früher war die Birke ein wichtiger Nutzbaum. Birkenholz lieferte den ersten Kunststoff, Birkenpech war ein Klebstoff, für die Neandertaler waren sie Material für Werkzeug und Waffen, Arbeitsmaterial für Besenbinder und Krüge wurden daraus gefertigt. Die Birke ist haltbar und Resistent gegen Nässe und Trockenheit und Möbel, Holzschuhe Leitern usw. wurden daraus gemacht. Weiterhin diente die Birke auch als Brennholz, Birkenteer, Birkenöl.
Recht unbekannt ist, daß der untere teil der Rinde essbar ist und wie Spaghetti angerichtet werden kann.
Früher galt die Birke als Symbol der Fruchtbarkeit und aus Rinde, Zweigen und Blättern wurden Mittel hergestellt, die Hilfe in sexuellen Nöten bringen sollten.
Heilende Wirkung:
Birkensaft reinigt schlecht heilende Wunden, ist gegen Ausschläge und Schuppen, ist gut gegen Haarausfall. Der Saft findet äußerliche Anwendung, kann aber auch getrunken werden. Aufgrund der harntreibenden Wirkung bei Rheuma und Gicht findet der Auszug aus den Blättern Verwendung. In vergorener Form ist der Birkensaft ein Birkenwein. Birkensaft ist auch schweißtreibend und blutreinigend.
Inhaltsstoffe: Saponine, ätherische Öle, Gerbstoffe, Harze und Phytonzide.

Bitterklee (Menyanthes vulgaris)

Bitterklee wird auch Fieberklee genannt, da es früher als fiebersenkendes Mittel verwendet wurde (es gibt keinen wissenschaftlichen Nachweis für die fiebersenkende Wirkung). Typische Standorte sind Quellsümpfe von Flüssen, Zwischenmoore und auch die Ränder von Hochmooren.

Viele Moore sind trockengelegt worden und aufgrund dessen ist der Pflanzenbestand in der freien Natur gefährdet und steht unter der Bundesartenschutzverordnung (dürfen nur mit Genehmigung entfernt werden).
Bitterklee ist ein Enziangewächs und zeichnet sich durch Bitterstoffe aus, die sich positiv auf Magen- und- Darmtrakt auswirken.

Bei Appetitlosigkeit, Völlegefühl und Blähungen zeigt die Pflanze ihre heilsame Wirkung. Auch bei Galle-und-Leberleiden findet Bitteklee Anwendung. Der Bitterklee oder auch Fieberklee ist deshalb ein Bestandteil einiger Magenbitter.
Tee: 15 g getrockneter Blätter in einem ½ l heißem Wasser 3 X tägl. Lindert oder beseitigt die oben aufgeführten Beschwerden.
Bitterklee kann auch in naturnahen Teichen aufgezogen werden.

Bärlauch (Allium ursinum)

Bärlauch kann März bis Juni in Laubwäldern und Buchenwäldern geerntet werden. Mit der Blütezeit endet auch die Erntezeit.

Vorsicht, seine Blätter sind den giftigen Blättern der Maiglöckchen ähnlich! Bei Unsicherheit sollte man die Pflanzenblätter zerreiben und überprüfen ob sie nach Knoblauch riechen ( Bärlauch hat Knoblauchgeruch )
Bärlauch ist verwandt mit Knoblauch, Schnittlauch und Zwiebeln und ist eine mehrjährige Pflanze, die eine 20 bis 30 cm hoch wird.

Bärlauch wächst in feuchten, lockeren Lehmböden. Er wächst dicht und weit bevorzugt in Mischwäldern von Eichen, Eschen, Buche und Ulmen. Der Bärlauch vergilbt bald und muß vor dem Vergilben geerntet werden. Die Zwiebeln werden erst im Spätsommer geerntet.
Schon die Römer nahmen Bärlauch als magen und blutreinigendes Mittel. Die Überlieferung spricht dem Bärlauch positive Wirkungen zu, die sich auf Arterosklerose, Blähungen, Durchfall, Bluthochdruck und Appetitlosigkeit beziehen. Weiterhin gilt Bärlauch auch als Pflanzliches Antibiotikum.

Basilikum (Ocimum basilicum)

Basilikum ist eine einjährige ca 30-50 cm hohe Pflanze. Basilikum ist ein sehr vielseitiges Kraut. Es gibt Basilikum in vielen verschiedenen Formen und Farben. Egl ob großblättrig oder kleinblättrig, grün oder rot (Sorte Bordeaux), mit besonderer Würze wie das Thai Baslilikum oder das Zimt-Basilikum. Das allerorts in Töpfen angebotene Frischkraut ist in der Regel das Genoveser Baslilikum.
Baslilikum sollte im freien zwischen Mai und Juli ausgesät werden. Im Haus ist es bereit im März möglich. Die Basilikum Saat und die Jungpflanzen sind sehr kälteempfindlich. Bei höherem Bedarf sollte man regelmäßig nachsähen.

Basilikum sollte immer sonnig-warm und geschützt aufgestellt werden. Achten sie dabei auf eine gleichmäßige Versorgung mit Feuchtigkeit. Im Sommer oder in trockenen Räumen im Winter wird das Basilikum gerne von Spinnmilben befallen. Geringer Befall von Spinnmilden kann unter fließendem Wasser entfernt werden. Bei starkem Befall hilft nur das entsorgen der Pflanze.

Sobald die Pflanze ca 10 cm groß ist, können sie von unten an beginnend mit der Ernte der Blätter beginnen.

In der Küche bietet sich Basilikum beispielsweise für Grüne und italienische Salate an- Auch Toatensalat und Gurkensalt läßt sich mit Basilikum hervorragend verfeinern ebenso für Suppen, Gemüse- und Fleichgerichte. Das Thai-Basilikum fühlt sich in der asiatischen Küche am wohlsten. Salate und Süßspeisen verfeinert man am besten mit dem Zimt-Basilikum.