Schlüsselblume (Primula officinalis)

SchluesselblumeDie Schlüsselblume wird auch Wiesen- Primel, Eieräuglein, Himmelsschlüssel, Arznei- Schlüsselblume, Frauenschlüssel, Mundfaulkraut genannt. Zu früheren Zeiten war die Schlüsselblume, im Volksglauben, ein Fruchtbarkeitsmittel!

In der Blütezeit hat die Schlüsselblume Ähnlichkeit mit einem Schlüsselbund und daher stammt der Name. Sie ist in Europa beheimatet und wächst im Gebüsch, auf Wiesen, an Waldränern, Mischwäldern und wird bis zu 30 cm hoch. Sie ist eine mehrjährige Pflanze.

Die Wurzel treibt im Frühjahr Blätter und dicht am Boden wächst danach die Blattrosette. Die Blüten können wir von März bis Juni betrachten und den honigartigen Geruch wahrnehmen. Die Schlüsselblume wird von langrüsseligen Insekten bestäubt und die Samenverteilung wird durch den Wind getätigt. Die Blume ist in den letzten Jahren selten geworden und steht unter Naturschutz. Die echte Schlüsselblume gehört zu den Primeln und Blüte und Wurzel sind zur Heilung oder Linderung bei bestimmten Krankheiten wirksam.

Allergiker können nach Berührung der Pflanze einen Ausschlag mit Juckreiz bekommen.
Die Schlüsselblume wirkt entkrampfend, schleimlösend und ist als Hustentee verwendbar. Weiterhin bewirkt sie das Abhusten der Flüssigkeit , die sich bei schwachem Herzen in der Lunge staut , der Kreislauf wird entlastet. Ein schwaches Herz wird durch die Anwendung der Schlüsselblume gestärkt und auch Wasseransammlungen in den Beinen werden ausgeschwemmt.

Die Schlüsselblume wird in der Heilkunde bei Neigung zu Schlaganfällen eingesetzt und zur begleitenden Behandlung bei Herzmuskelentzündung. Weiterhin wirkt die Pflanze blutreinigend, blutstillend, Harn- u.- schweißtreibend. Hinzu kommt, dass die Schlüsselblume entzündungshemmend wirkt. Man verwendet die Schlüsselblume auch zur Behandlung von Schlaflosigkeit, Migräne, Nervosität, Neuralgien, Schwindel, Kopfschmerz, Vitaminmangel, Rheuma, Gicht, Lungenentzündung, Ödeme, Kehlkopf und Mundschleimhautentzündungen. Bei Menstruationsbeschwerden und klimakterischen Erscheinungen wird sie empfohlen, denn sie regt den Kreislauf an.
Inhalt: ätherische Öle, Gerbstoffe und seltene Zuckerformen.
Anwendung ist möglich als Tee oder Tinktur.
Tee: 2 Teelöffel Schlüsselblumenwurzeln oder Blüten mit kochendem Wasser übergießen, 10 Min. ziehen lassen, abschütten und anschließend langsam trinken. 3x täglich.
Tinktur: Schlüsselblume in einem Schraubglas mit Doppelkorn übergießen , dass die Pflanzenteile bedeckt sind. Das Glas schließen und 2 bis 6 Wochen ziehen lassen, abseihen und in ein dunkles Gefäß füllen. Nun ist die Tinktur und man sol bis 3x täglich 19 bis 50 Tropfen einnehmen.
Früher wurden die Rhizinome als Niespulver angewandt.

Beinwell (Symphytum officinale)

beinwell-224×300.jpg” alt=”" width=”224″ height=”300″ />Beinwell gedeiht im Halbschatten bei kühl- feuchtem Klima, in lehmigen Böden und hat aufgrund dessen lange Wurzeln. Die Pflanze wird über 1 Meter hoch, hat eine Staude von etwa 1 Meter Breite, behaarte fleischige Blätter und blüht im Frühsommer rosa- violett. Blätter und Wurzeln sin verwendbar. Beinwell ist ein Kraut für die Schönheit, Körperpflege, die Haut und den Bewegungsapparat.

Beinwell hat beruhigende, reiz lindernde und entzündungshemmende Wirkung für die Haut.. Besonders erfolgreich ist Beinwell bei Gelenkschwellungen.
Beinwell ist fettlöslich und Öl bietet sich zur Verwendung an ( Vaseline ist nicht geeignet ). So werden duftende Cremes und Cremes zur Behandlung spröder und rissiger Haut erstellt um Hautreizungen zu lindern.

Bei innerlicher Anwendung muss der Arzt konsultiert werden, da bei falscher Anwendung Leberschäden entstehen können.
Inhalt: Alkaloide, Schleimstoffe, Gerbstoffe, Stärke, äthärische Öle und Alantonin. Sie wirken auf die Haut entzündungshemmend und beruhigend.
Salben aus Beinwellblättern werde bei Wund- Bluterguss- Narben- Akne- Abszess- Furunkel und Krampfadernbehandlung angewendet. Weiterhin wird Muskel- und- Gelenkschmerz gelindert. Die Wundheilung und Hautneubildung wird von Allantoin angeregt.
Salbe: Zur Erstellung von Salben nimmt man hochwertiges Pflanzenöl.
150 Gramm Creme oder Salbe: 70 ml Kräuteraufguss, 70 ml Pflanzenöl, 40 ml Kakaobutter
Kaltes Wasser zum Kochen bringen, eine Schüssel auf den Topf geben und die Zutaten einfüllen und rühren. Ist die Mischung erfolgt, die Schüssel vom Topf nehmen und die Salbe abkühlen lassen. Die Salbe ist 1 Monat verwendbar.
Aufguss ( stark ): 4 Teel. Frische oder 2 Teel. Getrocknete Blätter mit 250 ml kochendem Wasser übergießen und 20 Minuten ziehen lassen. Anwendung zur Haarspülung, Hautcremes oder Lotion und zur Wundbehandlung.
Inhalation / Gesichtsdampfbäder : In 1,5 l kochendes Wasser Kräuter streuen, ein Handtuch über den Kopf legen und mindestens 10 Minuten tief einatmen.
Kompressen: Kompressen oder ähnliches wird im starken Aufguss befeuchtet und auf die behandlungsbedürftige Stelle gelegt. Heiße Kompressen bei Entzündungen anwenden und kalte Kompressen bei Verspannung und Muskelschmerz.
Reinigungsmilch: ca. 250 ml kochendes Wasser, 10 Teel. Zerkleinerte Löwenzahnblätter, 2 Beinwellblätter, 2 Std. ziehen lassen, abgießen und mit ca. 200 ml Milch verrühren. Das Ganze in ein Deckelgefäß füllen, Anwendung b. Bed., vor Gebrauch schütteln.

Mäusedorn (Ruscus aculeatus)

Mäusedorn stammt aus dem Mittelmeerraum und wächst bevorzugt im Gebüsch und auf felsigen Böden. M. ist ein immergrüner Strauch, der bis zu 80 cm Höhe erreichen kann. Die Blätter haben eine stehende Spitze.
Der Name ist zurückzuführen auf die frühere Verwendung, denn er wurde zur Bekämpfung von Mäusen und Ratten genutzt. Die stacheligen Zweige wurden an Schinken, Wurst usw. aufgehängt und wenn diese Nager in die Speisekammer gelangten und zu dem Fleisch gelangen wollten, blieben sie an den Stacheln hängen und der Mund und Magen wurde verletzt. Die frischen Triebe des Mäusedorns kann man auch als Spargelersatz kochen.
Heute nutzt die Naturheilkunde die Wurzel der Pflanze und wird in Cremes und Kapseln verarbeitet. Eine Heilwirkung zeigt Mäusedorn bei vielen Venenleiden. Die Wirkstoffe sind entzündungshemmend und stärken das venöse Stützgewebe.
Die Beeren des Mäusedorns wurden früher als Abführmittel genommen. Die Cremes aus den Wurzeln der Pflanze werden gegen Krampfadern, Besenreiser, Hämorrhoiden verwendet.
Tee: 1 Teel. Wurzeln + ca. 200 ml kaltes Wasser aufkochen, ca. 10 Min. ziehen lassen. Dieser Tee soll über einen längeren Zeitraum getrunken werden und er dient der Venenstärkung.
Anbau: Die Pflanze ist anspruchslos und kann aus Samen gezogen werden. Den Samen im Frühjahr, wenn noch Kälteperioden ausstehen in Töpfen aussäen ( Keimzeit kann bis zu einem Jahr dauern ). Die Pflanzen werden im Frühsommer ins Freie gestellt.
Sparker „ ist eine besondere Art des Mäusedornsamens, da er beide Geschlechter auf der Pflanze hat.

Brennnessel (Urtica dioica)

Die Brennessel wird auch Feuerkraut oder Eselskraut genannt. Die Brennnessel wächst in ganz Europa, blüht von Juli bis August und wird Mai bis Ende Juli gesammelt.
Die Hl. Hildegard von Bingen empfahl Brennnessel zur Magenreinigung. Paracelsus empfahl Ziegenmolke und Brennnesselsaft zur Heilung von Hepatitis. Der Gelehrte Fuchs empfahl Brennnesselsaft gegen Haarausfall und Gliederschmerz.
Die Brennnessel kann lindernd eingesetzt werden. Sie Wirkt auf den Magen- Darmtrakt und die Bauchspeicheldrüse. Auch hat die Brennnessel blutzuckersenkende Wirkung, fördert Harnausscheidung und Blutbildung. Infolge dessen ist sie ein Mittel gegen Rheuma und Ödeme. Brennnesselsaft ist auch in einigen Haarwassern enthalten und verrigert den Haarausfall.

Wirkstoffe: Ameisensäure, Calcium, Chlorophyll, Eisen, Gallussäure, Gerbsäure, Histamin, Kalium, Kieselsäure, Magnesium, Natrium, Phosphor, Stärkemehl, Vitamin A, Sekretin
Wirkung: Milchtreibend, antirheumatisch, blutdrucksenkend, entzündungshemmend, harntreibend, stoffwechselsteigernd, stuhlgangsfördernd, gefäßerweiternd, durchblutungsfördernd

Borretsch (Borrago officinalis)

Borretsch stammt aus dem Mittelmeerraum und kommt bei uns nur vereinzelt vor. Borretsch wird auch Gurkenkraut genannt, da die Blätter einen gurkenartigen Geschmack haben.

Der Fruchtknoten ist oberständig, die Staubblätter ragen aus der Blüte und bilden dort einen Streukegel. Langrüsselige Insekten können den Nektar aus den Kegeln erreichen. Es bilden sich kleine dunkelbraune Nussfrüchte, woran sich Eiweißkörper befinden, die den Ameisen als Nahrung dienen und somit wird der Samen bei den Transporten verbreitet.
Heilende Wirkung: Borretsch wird als Arzneipflanze genutzt und das frische und getrocknete Kraut findet Verwendung. Es befinden sich Flavonoide, Schleimstoffe, Pyrrolizinalkaloide und Gerbstoffe in dem Kraut. Die Pyrrolizide sind leberschädigend, krebserregend und genschädigend bei Dauerkonsum.

Gelegendlicher Verzehr ist nicht schädigend, wirkt aber entzündungshemmend, schweißtreibend, harntreibend, entwässernd, stimmunggsaufhellend und als Hustenmedikament. Schlecht durchblutete Haut wird mit Gesichtskompressen des Absud behandelt.
Absud: 2 Eßl. Borretsch mit ca 200 ml kochendem Wasser übergie0en, 10 Min. ziehen lassen und dann abseihen. Während der 10 Min. Wartzeit können sie ein Gesichtsdampfbad nehmen.
Borretschöl enthält 20 % Gamma – Linolsäure. Aus diesem Grunde wird es als Nahrungsmittelergänzung eingesetzt.

Bibernelle (Pimpinella major)

BWirksame Pflanzenteile: Wurzeln
Inhaltstoffe: Ätherische Öle, Harz, Cumarin, Glycoside
Wirkung: entzündungshemmend, schleimlösend
Heilanzeigen: Husten, Heiserkeit, Halsentzündungen, Mandelentzündungen
Die Bibernelle ist wildwachsend in Europa. Früher glaubte man, das die Bibernelle Heilkraft bei Seuchen, wie z.B. bei Cholera, habe.1611 wütete in St. Gallen die Cholera und es erschallte der Ruf: „ Eßt Knoblauch und Bibernelle, dann sterbt ihr nicht so schnelle!“ Die Menschen nahmen Bibernelle und Knoblauch zu sich und die Seuche erlosch!
Moderne Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen die heilende Wirkung der Bitter und Gerbsäure der Bibernelle. Die Saponide der Bibernelle zeigen ebenfalls heilende Wirkung. Vielleicht nutzen sie auch bei Cholera!!!!
Die Bibernelle zeigt in Erkältungszeiten ihre heilende Wirkung. Durch die schleimlösende Wirkung fördert sie den Auswurf , und soll auch bei Heiserkeit, Entzündungen im Mund und Rachenbereich genommen werden. Auch regt sie die Sekretion des Magens an. Aus den Wurzeln der Bibernelle kann man ein Extrakt erstellen, etwas Weingeist hinzufügen und 20 bis 40 Tropfen 3x täglich einnehmen . Die Bibernelle ist auch als Tee anwendbar. Bibernellentee kochen sie mit einem gehäuften Teelöffel geschabter und getrockneter Wurzeln, der mit ¼ Liter Wasser angesetzt wird. Nach 1er Minute Sprudeln des Tee´s wird es abgegossen und evtl. mit etwas Honig verfeinert.