Isländisches Moos (Centatia islandica)

Isländisches Moos wird auch Lungenmoos, Felsengras, Fiebermoos, Isländische Flechte, Baumflechte, Blutlungenmoos genannt.

Genauer ist es, die Pflanze Isländische Flechte zu nennen, da sie kein Moos, sondern eine Flechte ist und auch zur Familie der Flechten zählt. Sie wächst in nadelwäldern, Heidegebieten, in Gräben, Mooren und auf feuchten Äckern.
Das Isländische Moos ist ein Strauchflechte mit flachen knorpeligen Lappen, die an der Oberseite oliv und an der Unterseite grau-weiß ist. Heilwirkung hat nur der Thallus ( Pflanze ohne Gliederung in Wurzel und Spross ).Die Flechte kann das ganze Jahr gesammelt werden. Die Flechten die schon trocken oder abgestorben sind haben keine Heilwirkung mehr.
Die Isländer verwendeten die Pflanze erstmals als Heilkraut und bei uns findet sie seit dem 17en Jahrhundert Verwendung.
Sie wird angewandt bei Asthma, Lungentuberkulose, Keuchhusten, bei allen entzündlichen Erkrankungen der Atemwege, Erkältungen, Grippe, Appetitlosigkeit, bei untergewichtigen Personen und bei Kinderkrankheiten.
Tee aus der Flechte erstellt wirkt antibiotisch, schleimlösend und stimulierend auf Körper, Geist und Immunsystem.
Inhalt: Säuren, Vitamine, Schleimstoffe
Vorsicht: bei Lungenentzündungen soll die flechte nicht genommen werden, da sich kurzzeitig die Krankheitssymptome verschlimmern. Überdosierung über längere Zeit kann zu Magen - Darmreizungen und Leberstörungen führen.
Tee: 1-2 -Teelöffel der flechte mit heißem Wasser übergießen und 5 bis 10 Minuten ziehen lassen.
Weiterhin ist das Heilkraut einsetzbar bei ansteigenden Voll-u.- Armbädern und als Wickelzusatz.

Fenchel (Foeniculum vulgare)

wild wachsender FenchelFenchel stammt aus Südeuropa, wird heute aber in vielen Gärten angebaut. Der Fenchel ist eine zweijährige oder auch mehrjährige Pflanze, fällt unter die Doldenblütler. Aus den fingerdicken Wurzeln treibt ein nach oben geästeter Stängel, der bläulich und gestreift sein kann.

Der Fenchel kann bis zu 2 Metern groß werden. Im Juli beginnt die Blüte und der Samen ist im September reif. Die Früchte, die Wurzel und die Knolle sind verwendbar.

Inhaltsstoffe: Äthärische Öle, Kieselsäure, Bor, Cumarin, Kampfer, Kaffeesäure, Vitamin C, Mineralsalze, Linolsäure, Zucker

Wirkung: antibakteriell, harntreibend, entschleimend, krampflösend, appetitanregend, hemmt Lidrandentzündungen, wirkt gegen Bindehautentzündung, gegen Blähungen u. Verdauungsstörungen, lindert Koliken bei Säuglingen, lindert Bronchitis, Husten, Asthma, Keuchhusten, Erkältung, Halsentzündung , Magenschmerz, Kopfschmerz und Migräne,fördert die Milchbildung, hilft bei Epilepsie, lindert Schlaflosigkeit und klimakterische Beschwerden, ist menstruationsfördernd und lindert Entzündung und Juckreiz bei Insektenstichen.

Samen und Wurzel des Fenchels werden im Tee gegen Erkältungen, Husten und Blähungen verwendet. Bei Verdauungsproblemen und Menstruationsbeschwerden wirkt der Tee krampflösend.

„ Fenchelsamen soll man, lt. Äbtissin Hildegard von Bingen, nach den Mahlzeiten zerkauen, damit die Magensäure neutralisiert wird, die Fettverdauung zu erleichtern und den Atem zu erfrischen.“

Weiterhin wirkt Fenchel bei stillenden Müttern milchbildend, lindert Koliken bei Säuglingen und wird als antiseptische Mundspülung eingesetzt. Fenchel wirkt auch gegen Bronchialkartharrh, gegen Asthma und gegen Bindehautentzündungen. Gegen müde und welke Haut sind Fencheldampfbäder zu empfehlen.

Warnung: Während der Schwangerschaft soll Fenchel nicht als Medikament genommen werden, jedoch als Gewürz ist es unbedenklich.

Einreibungen bei Blähungen:

Meist werden diese Einreibungen bei Säuglingen angewandt. Das ätherische Fenchelöl wird mit fettem Öl gemischt oder auch verdünnt und auf dem Bauch einmassiert ( im Uhrzeigersinn ). Ergänzend ist das Trinken warmen Fencheltees.

Blähungstee:

Anisfrüchte, Fenchelfrüchte und Kamille. 1 Eßl. Teemischung pro Tasse aufbrühen , 10 Min. ziehen lassen, Tee filtern und dann trinken.

Hustentee:

Ätherisches Fenchelöl und verdünnter Honig eignet sich bei Kindern!

Bibernelle (Pimpinella major)

BWirksame Pflanzenteile: Wurzeln
Inhaltstoffe: Ätherische Öle, Harz, Cumarin, Glycoside
Wirkung: entzündungshemmend, schleimlösend
Heilanzeigen: Husten, Heiserkeit, Halsentzündungen, Mandelentzündungen
Die Bibernelle ist wildwachsend in Europa. Früher glaubte man, das die Bibernelle Heilkraft bei Seuchen, wie z.B. bei Cholera, habe.1611 wütete in St. Gallen die Cholera und es erschallte der Ruf: „ Eßt Knoblauch und Bibernelle, dann sterbt ihr nicht so schnelle!“ Die Menschen nahmen Bibernelle und Knoblauch zu sich und die Seuche erlosch!
Moderne Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen die heilende Wirkung der Bitter und Gerbsäure der Bibernelle. Die Saponide der Bibernelle zeigen ebenfalls heilende Wirkung. Vielleicht nutzen sie auch bei Cholera!!!!
Die Bibernelle zeigt in Erkältungszeiten ihre heilende Wirkung. Durch die schleimlösende Wirkung fördert sie den Auswurf , und soll auch bei Heiserkeit, Entzündungen im Mund und Rachenbereich genommen werden. Auch regt sie die Sekretion des Magens an. Aus den Wurzeln der Bibernelle kann man ein Extrakt erstellen, etwas Weingeist hinzufügen und 20 bis 40 Tropfen 3x täglich einnehmen . Die Bibernelle ist auch als Tee anwendbar. Bibernellentee kochen sie mit einem gehäuften Teelöffel geschabter und getrockneter Wurzeln, der mit ¼ Liter Wasser angesetzt wird. Nach 1er Minute Sprudeln des Tee´s wird es abgegossen und evtl. mit etwas Honig verfeinert.

Berberitze (Berberus vulgaris)

BerberitzeWirksame Pflanzenteile: Früchte, Rinde
Inhaltsstoffe: Ätherische Öle, Alkaloid, Berberin, Fruchtsäure, Vitamin C
Wirkung: entwässernd, gallenanregend, entzündungshemmend, gefäßzusammenziehend.
Heilanzeigen: Gallen und Nierenleiden, Grippe, Unterleibserkrankungen, Gicht, Rheuma.
Aufgrund des hohen Vitamin C ( nur in der Frucht ) sollte sie bei fiebrigen Erkältungen angewandt werden . Auch zeigt sie heilende Wirkung bei Entzündungen im Blasen – Nierenbereich, der Gallenblase und Steinleiden. Die Früchte helfen gegen Schwangerschaftserbrechen und sollen Myomen ( Gebärmutterwucherungen ) vorbeugen. Es ist als Marmelade oder Saft zu verwenden. Bei Entzündungen im Rachenbereich wird ein Absud zubereitet, der verdünnt wird.
Die Wurzelrinde für eine Tinktur soll im Spätherbst bei abnehmendem Mond ausgegraben werden.
Vorsicht: Zuviel Berberitze kann Erbrechen, Übelkeit, Rauschzustände hervorrufen oder sogar Atemlähmung.