Kalmus (Acorus kalamus)

Der Kalmus wird auch deutscher Zwitter, deutscher Ingwer, Magenwurz, Ackerwurz, Brustwurz usw. genannt.

KalmusKalmus wird aus dem Griechischen abgeleitet und heißt „ Schilf „

Vor über 4000 Jahren wurde Kalmus in China bereits als Heilmittel eingesetzt uns es galt als „ lebensverlängernd „. Von den Tartaren wurde es in Europa eingeführt und die Tartaren gebrauchten Kalmus zur Desinfektion ihres Trinkwassers. In Europa findet Kalmus seit dem Mittelalter als Heilmittel Verwendung. Es war das Mittel gegen Verdauungsprobleme, gegen Husten und diente dem Infektionsschutz.

Kalmus wächst an Flussufer, Bächen und Gräben. Es ist eine einkeimblättrige Pflanze, schilfartig, zählt zu den Sumpfpflanzen, ist mehrjährig und bidet Rhizome als Überdaurungsorgan. Kalmus kann eine Höhe von zwei Metern erreichen und hat lange schwertförmige Blätter. Mai bis August bilden sich, bis zu hunderten, kleine grüne Blätter auf den Blütenkolben. Der bräunliche Wurzelstock ist verzweigt, riecht orangenähnlich und schmeckt bitter.

Durch Teilung des Wurzelstocks im Frühling oder Gerbst kann Kalmus sich vermehren ( Kultivierung ). Er ist winterfest und gedeiht in feuchten Böden oder flachen Wassern.

Erntezeit: außer in der Blütezeit kann Kalmus immer geerntet werden und dazu wird die Pflanze ausgegraben und ein Teil des Wurzelstocks abgetrennt. Den Rest wieder eingraben!

Heilwirkung: erfolgt bei Magenkrämpfen, Magengeschwüren, Darmkrämpfen, Blähungen, Verstopfungen, Appetitlosigkeit, Mundschleimhautentzündungen, stärkt das Zahnfleisch und lindert den Schmerz bei zahnenden Kindern.

Inhalt: Bitterstoff ( Acoron ), Gerbstoff ( Acorin ), ätherische Öle, Schleim, Terpene, Asarone, Calmenol, Essigsäure, Eugenol.

Eigenschaften und Wirkung: Hauptwirkstoffe sind Asaron und Acorin. Asarone sind in der Struktur dem Meskalin ähnlich und haben aufgrund dessen halluzinogene Wirkung!

Die Kalmuswurzel wirkt stimulierend, aphrodisierend, und evtl. berauschend. Hohe Dosen lösen Hallizinationen aus, Schweißausbrüche, Erbrechen und Zittern. Von Dauergebrauch wird abgeraten und auch vom gleichzeitigen Gebrauch mit MAO Hemmern!

Von der medizinischen Seite liegt die Hauptwirkung des Kalmus in der Behandlund des Magen – Darm- Traktes.

Innerliche Anwendung findet das Heilkraut bei Entzündungen des Verdauungstraktes, bei Schlaflosigkeit, Bronchitis und Depressionen. Äußerliche Anwendung erfolgt bei rheumatischen Erkrankungen und Hautausschlägen.

Mundwasser und Gurgellösungen können Kalmus enthalten. Kalmus wird durch Wasserdampfdestillation gewonnen und ist dickflüssig, bräunlich und hat einen bitteren Geschmack. Asaronhaltige Öle sind aromatisch.

Als Badezusatz ist die Wirkung aphrodisierend. Kalmusbäder werden bei Nervenschwäche und Erschöpfung angewendet. Rauchentwöhnung kann mit Kalmus begleitet werden.

Als Gewürz finft Kalmus Verwendung bei Likören, asiatischen Getränken und Zuckerwaren.

Die umgangssprachlichen Bezeichnungen wie Gewürzkalmus oder deutscher Ingwer ist in der Gewürzverwendung begründet.

In der Parfümerie werden die asaronhaltigen Teile verwendet und die Duftnote passt für würzige Düfte ( Tabak, Ambra usw.)

Zubereitung: Tee: durch Erhitzung geht ein Teil der Wirkstoffe verloren. Als Alternative kann man die Wurzel auspressen oder das getrocknete Wurzelpulver 16 bis 20 Stunden in Wasser einlegen und danach filtern.

Bei Verstopfung oder Blähungen 2 Teelöffel Kalmuspulver mit kochendem Wasser übergießen, 15 Minuten ziehen lassen, absieben und vor den Mahlzeiten trinken.

Tinktur: 3xtäglich 30 Tropfen

Rauchentwöhnung: die Wurzel kauen und der Nikotingenuss wird unangenehm.

Hagebutte (Rosa canina

HagebutteWie der Name sagt, ist die Hagebutte ein Rosengewächs und wird auch Zaunrose, Wildrose, Heckenrose genannt.
Die Hagebutte entwickelt sich aus den Blüten der Wildrose, Heckenrose und ist in Europa und Asien zu finden. Sie wächst hauptsächlich in Gebüschen und Hecken, kann aber auch angebaut werden und ist pflegeleicht. Im Sommer blüht sie weiß bis rosa und entwickelt sich im Herbst zur roten Hagebutte.
Die Hagebutte wird von den Kernen befreit und getrocknet. Die Trocknung kann auch bei geringer Wärme im Backofen erfolgen. Die getrocknete Hagebutte kann zu einem gesunden und heulenden Getränk werden. Sie enthält viel Vitamin C ! Aus der Hagebutte wird Tee, Marmelade oder auch Mus gemacht.

Inhalt: Vitamin C, Vitamin B, Fruchtsäure, Flavone
Wirkung: Wird bei Vitamin C Mangel, bei Frühjahrsmüdigkeit, zur Stärkung der Abwehrkräfte und bei Erkältung angewendet.

Mäusedorn (Ruscus aculeatus)

Mäusedorn stammt aus dem Mittelmeerraum und wächst bevorzugt im Gebüsch und auf felsigen Böden. M. ist ein immergrüner Strauch, der bis zu 80 cm Höhe erreichen kann. Die Blätter haben eine stehende Spitze.
Der Name ist zurückzuführen auf die frühere Verwendung, denn er wurde zur Bekämpfung von Mäusen und Ratten genutzt. Die stacheligen Zweige wurden an Schinken, Wurst usw. aufgehängt und wenn diese Nager in die Speisekammer gelangten und zu dem Fleisch gelangen wollten, blieben sie an den Stacheln hängen und der Mund und Magen wurde verletzt. Die frischen Triebe des Mäusedorns kann man auch als Spargelersatz kochen.
Heute nutzt die Naturheilkunde die Wurzel der Pflanze und wird in Cremes und Kapseln verarbeitet. Eine Heilwirkung zeigt Mäusedorn bei vielen Venenleiden. Die Wirkstoffe sind entzündungshemmend und stärken das venöse Stützgewebe.
Die Beeren des Mäusedorns wurden früher als Abführmittel genommen. Die Cremes aus den Wurzeln der Pflanze werden gegen Krampfadern, Besenreiser, Hämorrhoiden verwendet.
Tee: 1 Teel. Wurzeln + ca. 200 ml kaltes Wasser aufkochen, ca. 10 Min. ziehen lassen. Dieser Tee soll über einen längeren Zeitraum getrunken werden und er dient der Venenstärkung.
Anbau: Die Pflanze ist anspruchslos und kann aus Samen gezogen werden. Den Samen im Frühjahr, wenn noch Kälteperioden ausstehen in Töpfen aussäen ( Keimzeit kann bis zu einem Jahr dauern ). Die Pflanzen werden im Frühsommer ins Freie gestellt.
Sparker „ ist eine besondere Art des Mäusedornsamens, da er beide Geschlechter auf der Pflanze hat.

Artischocke (Cynara)

Die Artischocke stammt aus dem Mittelmeerraum (Türkei, Persien, Spanien, Kanarische Inseln).
Im ersten Jahrhundert nach Chr. Begann man mit der Kultivierung der Artischocke. Im fünfzehnten Jahrhundert nach Chr. Wurde sie aus Sizilien nach Großbritannien und Frankreich exportiert. In den Gärten des französischen Adels war die Antischocke ein Zeichen von Reichtum.
Die Artischocke ist ein Korbblütler und wird bis zu 2 Meter hoch.Der starke Stengel hat hat stachelige Blätter und an der Spitze wachsen stachelige Knospenköpfchen heran, die vor der Blütezeit geerntet werden .

Blau – Violett blüht die Artischocke und ist eine Heilpflanze und auch eine Delikatesse.
Nahrungsmittel: Die Blütenböden und der untere fleischige Teil ist essbar, die Härchen, die unter den Blättern liegen sind nicht essbar.Artischocken sind feinherb, zartbitter und werden bis zu 30 Minuten in Salzwasser mit Zitronensaft gekocht.die blätter werden abgezupft und der untere Teil mit den Zähnen abgezogen.Artischockenböden können auch eingelegt werden.
Heilpflanze: Die Artischocke wirkt verdauungsfördernd, appetitanregend und cholesterinsenkend. Der in der Artischocke enthaltene Bitterstoff Cynarin regt den Stoffwechsel von Leber und Galle an. Bei einer fettreduzierten Ernährung Kann ein Artischockenblätterextrakt die Senkung der Blutfette bewirken. Aus den Blättern können Säfte, Tinkturen, Tees und Trockenextrakte erstellt werden. Aus den Flavonoiden und Chinasäurederivaten entsteht die medizinische und diätische Wirkung.
Tee: Bei Verdauungsproblemen 1en Teelöffel Artischockenblätter mit 200 ml heißem Tee übergießen und ca. 10 Minuten ziehen lassen. Vor jeder Mahlzeit 1e Tasse trinken.
Vorsicht: Sind Gallensteine bekannt, sprechen sie vor der Anwendung von Artischockenblätternextrakt mit dem Arzt. Auch bei Allergien gegen Korbblütler dürfen Artischocken nicht angewendet werden.